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Schulleben

1997 gab es negative Erfahrungen mit einem alt hergebrachten, distanzierten, leeren, zwangsweisen zu konsumierenden Schulgottesdienst zum Buß- und Bettag von „Fremden“ in fremden Räumen. Unsere Schüler/innen waren darin einfach nicht mehr beheimatet.

Um die Chancen dieses Rituals nicht zu verlieren, wurden neue Strukturen eingeführt:
- Freiwilligkeit, persönliche Entscheidung (nicht Unterricht als Alternative),
- Beteiligung in Vorbereitung und Durchführung,
- Begegnung und (Mahl)Gemeinschaft,
- Aufnahme der Vielfalt der Fähigkeiten und Erfordernisse (malen, schmücken, - sprechen, spielen, helfen, Musik machen, Apparate bedienen...)- inhaltliche „Bedeutung“ für den Schüleralltag (Anknüpfung an ihren Alltag und Botschaft in ihren Alltag hinein)

Und so funktioniert es: Nachdem Pastor und Religionslehrer/in sich auf einen thematischen / symbolischen „Aufhänger“ verständigt haben, werden die Schüler/innen per Aushang und durch persönliche Ansprache (das ist wichtig!) zu den beiden Projektvormittagen zur Vorbereitung des Gottesdienstes in das benachbarte Gemeindehaus eingeladen.

Aus den Klassen finden sich 12 – 20 Schüler/innen – ganz unterschiedliche! Bewerbungen haben wir von rund 50! Einige wollen dem normalen Unterricht, der gewohnten Gruppe, dem Schulgebäude u.a.m. entfliehen. Andere sind neugierig, haben Lust auf etwas Anderes. Wieder andere kommen aufgrund positiver Erfahrungen in Kirche und/oder Religionsunterricht.

Zu den zentralen Erfahrungen des ersten Projekttages im Gemeindehaus gehören das gemeinsame Frühstück am Anfang und die gemütliche Sessel-Sitzgruppe um den großen Tisch in dem freundlichen Sitzungsraum.

Mit Hilfe von Textplakaten an einer Flip-Chart (die Schüler/innen müssen nichts aufschreiben, auch das ist wichtig) erklärt der Pastor kurz die Bedeutung des Buß- und Bettages (Vergewisserung von Sünde, Segen, Möglichkeit der Buße = Umkehr, Änderung) und benennt Bausteine eines Gottesdienstes und ihre Funktionen (Begrüßung aus dem Alltag heraus, Verkündigung allgemein und für den Alltag, Gemeinschaftserfahrung, Sendung in den Alltag). Bereits diese Phase ist offen für Schülererfahrungen. Anschließend werden erste Ideen für den Gottesdienst gesammelt (was/wie unser Gottesdienst – nicht - sein soll ...)

Nach dem reichlichen und liebevollen Frühstück, zu dem die Gemeinde die Schüler/innen einlädt – eine ganz besondere Erfahrung - setzen wir uns mit dem jeweiligen „Aufhänger“ auseinander. Das Gespräch wandert zwischen der thematisch-symbolischen Ebene und der Schülersituation hin und her und verdichtet sich immer wieder zu methodischen Ideen. Bausteine für den Gottesdienst entstehen, die beim / bis zum nächsten Treffen umgesetzt werden.

Am zweiten Projekt-Vormittag wird konkret gearbeitet – Rollenspiele entstehen, biblische Texte werden bearbeitet, Gebete geschrieben, der Gottesdienstablauf in allen Einzelheiten bedacht und geplant. Begleitend geschieht die Öffentlichkeitsarbeit mit Aushängen in jeder Klasse. Andere Lerngruppen werden gebeten, bestimmte Aufgaben für den Gottesdienst zu erledigen.

Der Schülergottesdienst am Donnerstag nach dem Buß- und Bettag in der 6. Stunde – alternativ zum Nach-Hause-Fahren, denn der normale Unterricht fällt aus (!) – wird für die 50 bis 90 Schüler/innen sowie Lehrkräfte zu einer Mischung von Premiere, Begegnung mit Vertrautem in neuem Gewand (natürlich ist er als Gottesdienst zu identifizieren), Spiegelbild des Alltags, aber man kann durch dieses Spiegelbild hindurch auch ein anderes Bild vom Alltag und von Kirche entdecken – mit einem selbst in der Mitte.

Die Danke-Urkunde am Schluss hilft gegen das Vergessen, drückt im Rahmen der Institution Schule eine etwas andere Form der Wertschätzung aus.


Und so sah der Gottesdienst „Back dir dein Glück“ 2013 aus (aus unserem Liederzettel):

1. Zuerst begrüßt dich Pastor Christoph Drösemeyer von der Kirchengemeinde Lamspringe auch im Namen der Vorbereitungsgruppe unserer Oberschule. Dann wirst du etwas hören zum Buß- und Bettag, dem Umkehrtag zu einem anderen Leben – und was das vielleicht auch mit dir zu tun hat.


2. Das erste Lied macht deutlich, worum es Gott geht und worum es in diesem Gottesdienst geht: um dich!


Vergiss es nie, dass du lebst, war keine eigene Idee,
und dass du atmest kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie, dass du lebst, war eines anderen Idee,
und dass du atmest, sein Geschenk an dich!

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu,
du bist du, ja du bist du! (R e f r a i n )

Vergiss es nie, niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
und niemand lächelt, so wie du’s grad tust.
Vergiss es nie, niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
und niemand hat je, was du weißt, gewusst! (Refrain)
Vergiss es nie, dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
und solche Augen hast alleine du.
Vergiss es nie, du bist reich, egal, ob mit, ob ohne Geld,
denn du kannst leben. Niemand lebt wie du! (Refrain)


3. (Sowohl der kräftige Gesang als auch Solo- und Bandmusik „trugen“ die Schüler/innen durch die Lieder und machten Mut zum Mitsingen!) Kriegst du das mit deinem Glück gebacken? Eine Szene mit Jugendlichen, die so ihre Probleme damit haben, und Musik wollen dir helfen, ins Nachdenken zu kommen.


4. Die Köche in unserem Backstudio präsentieren dir ihr Glücksrezept. Ist es das schon – für dich? Bei der nächsten Musik kannst du darüber nachdenken. (Tatsächlich hatten wir mit Kostümen und Requisiten vor dem improvisierten Altar eine aArt Backstudio aufgebaut, wo die Schüler mit Begriffen wie Zeit, echte Freunde, Familie u.a.m. ein Backrezept zum Glück in die Praxis umsetzten.)


5. Einige Zutaten zu dem Glückrezept haben wir in der Bibel gefunden: Glaube, Liebe und Hoffnung!
Glaube.
Ich vertraue darauf,
dass Gott da ist -
für uns,
für mich,
für immer.

Liebe.
Sie ist es, die mich am Leben hält.
Liebe zu anderen,
Liebe zu mir,
Liebe zu Gott.
In der Liebe bin ich getröstet, geborgen und lebendig.

Hoffnung.
Ich vertraue darauf, dass es anders wird.
Deshalb versuche ich auch, etwas zu ändern.
Deshalb bin ich offen für etwas Neues.
Deshalb gebe ich mich und andere nicht auf –
Im Leben nicht und im Tod auch nicht.


6. Wie das aussieht, wenn Glaube, Liebe und Hoffnung ins Leben hineinkommen? Na, so:

Wo Menschen sich vergessen,
die Wege verlassen
und neu beginnen, ganz neu,
R e f r a i n
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken,
die Liebe bedenken
und neu beginnen, ganz neu, R e f r a i n
Wo Menschen sich verbinden,
den Hass überwinden
und neu beginnen, ganz neu,
R e f r a i n


7. In einer Fürbitte bitten wir Gott, uns allen auf der Suche nach unserem Glück zu helfen. Das Vaterunser verbindet dich danach mit Gott und mit allen anderen Menschen.
Gott, begleite mich auf dem Weg zu meinem Glück.
Hilf mir, dass ich mich in der Schule verbessere,
wo es nötig ist.
Hilf mir, dass ich meine Fähigkeiten entdecke,
damit ich sie für das Glück einsetzen kann.
Hilf mir, dass ich ehrliche Kritik und ehrliches Lob verstehe,
damit ich weiß, woran ich bin mit mir.
Hilf mir, in meiner Familie Glück zu finden.
Hilf mir, dass ich Freunde und Freundinnen finde,
mit denen ich mein Leben teilen kann.
Hilf mir, dass ich Zeit und Ruhe finde,
ohne Stress den Weg zu meinem Glück zu finden.


8. Wir hoffen: Es hat sich gelohnt, dass du zum Gottesdienst gekommen bist, andere getroffen hast – und Gott!

Ihr seid nicht umsonst gekommen, euer Weg hat sich gelohnt,
denn wer sucht, der wird auch finden, wo Gott unter Menschen wohnt.

Ihr seid nicht umsonst gekommen, nicht allein umhergeirrt.
Viele and’re hat Gott vor uns / schon auf diesen Weg geführt.

Ihr seid nicht umsonst gekommen, weil Gott selbst uns stärken will
und er Müden neue Kraft gibt / auf dem Weg zum großen Ziel.


9. Im Segen verspricht Gott, dass er bei dir sein will und dir Wege zeigen will - zum Glück. (Und beim Ausgang bekam jede/r einen Glückskeks – mit einliegendem Rezept – mit auf seinen Weg!)


10. Licht kannst du gut sicher gebrauchen, wenn du deinen Weg zum Glück suchst:

This little light of mine I'm gonna let it shine
This little light of mine I'm gonna let it shine
This little light of mine I'm gonna let it shine
Let it shine/Let it shine/Let it shine

… und wir haben diesen Gottesdienst vorbereitet und mit dir gefeiert:
Jarno Vornkahl, 6a – Julia Lau, 6b -
Laila Peiser, Hannes Reinhardt, 7a - Danilo Rostaei, 7b -
Marco Funke, Samuel Muhsal, 8a - Gene Wegener Michelle Noack, 8b -
Nathalie Loges, 9b - Lisa Schiwarth, Celina Vornkahl, 9d -
Finja Sünder, 10b, Lisa Schnurr, 10c, Josephine Gerecke, Henrike Bartels, 10d
U.Gräbig, C.Kunze, M.Möhle, M.Vogl und Pastor C.Drösemeyer

Die OBSL bedankt sich herzlich für die tolle Gastfreundschaft der Ev. luth. Kirchengemeinde Lamspringe mit dem Team um Frau Zander und Frau Sickfeld sowie für die Unterstützung durch M.Schiwarth, die Hauswirtschaftsgruppe 10a,b, Frau Loss und den Informatikkurs 9d und Natalie Müller und Janine Piffl sowie die Schulband, die bei der Musik halfen.

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